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Datenschutz im Krankheitsfall

Es gibt auch Gutes zu berichten, nicht das hier der Eindruck entsteht, alles wäre seltsam. Ich musste hier zum Arzt wegen meiner Schilddrüse – in der Regel läuft das so, das man in seinem Netzwerk rumfragt, ob wer wen kennt und schon bekommt man Namen von Ärzten.

In diesem Falle einer netten Ärztin, die sich nun um mich kümmert. Interessanterweise gibts in der Regel nur eine Mobilnummer und über WhatsApp vereinbart man dann einen Termin. Geht innerhalb von 2 Tagen. Man macht das also direkt mit dem Arzt aus. Ich bin dann in ein großes Ärztehaus gefahren. Dort haben die Ärzte jeweils einen kleinen Bereich, mit einer Rezeptionistin (ohne PC) und einem Behandlungsraum sowie einige Warteplätze. Die Ärztin hat mich untersucht und dann eine Blutuntersuchung angeordnet. Das ist ausgelagert und wird in einem Labor durchgeführt.

Bin gleich hin – das war  wirklich ein super Service. Sehr nette Leute und dienstleistungsorientiert. Die haben meine Daten aufgenommen und nachdem ich nüchtern war, konnte ich gleich dableiben. Dabei gibt es eine übersichtliche Liste, was alles kostet. – in meinem Fall ca. 100 Euro. Für eine richtige Rechnung bin ich dann an ein modernes Terminal gegangen, wo ich meine Daten nochmal eingegeben habe und schon hatte ich eine elektronische Rechnung. Wirklich vorbildlich. Auch die Blutabnahme war super organisiert. Der junge Mann hat mir nochmal alles erklärt, hat genau gezeigt, dass er jetzt erst das Siegel aufgebrochen hat, die Nadel neu aus einem Behälter geholt und nach der Blutabnahme hat er mir nochmal gezeigt, dass mein Name auch auf den Röhrchen stand etc. Ich war wirklich beeindruckt. Das klappt wie am Schnürchen….

Die Ergebnisse habe ich innerhalb von 2 Tagen per E-Mail bekommen – kein Anrufen, Nachfragen oder sonstiges. So einfach kann das gehen  – da können sich deutsche Ärzte mal eine Scheibe abschneiden. 

Etwas Seltsames muss ja immer dabei sein und so werden hier eifrig Daten per WhatsApp verschickt – so soll ich zum Beispiel meine Blutdruckwerte und die Ergebnisse meines Labors einfach per WhatsApp an die Ärztin schicken und dann machen wir einen neuen Termin aus.  …

Das Schwierigste wird nun sein, die App der Krankenversicherung zu starten, damit ich mein Geld zurück bekomme…

In diesem Sinne

Hasta luego!

Sprechen wir über …Klopapier, Trinkgeld und Einkäufe

So langsam erwischt uns der Alltag hier in San Luis Potosí und damit auch die ersten interkulturellen Besonderheiten. Reden wir über Toiletten.. Diese sind im Allgemeinen echt sauber und es kümmert sich immer jemand um die Räumlichkeiten – also kein Problem auch im Baumarkt zur Toilette zu gehen. Was aber für uns Deutsche (oder Europäer) wirklich immer noch seltsam anmutet ist der, meist, offene Eimer neben dem Klo. Gut bei den Damen kennt man das ja als geschlossenes Behältnis für diverse Hygieneartikel, aber hier wird er tatsächlich genutzt um das Toilettenpapier zu entsorgen. Das ist irgendwie bäh und an den Anblick werde ich mich wohl nicht gewöhnen können. Natürlich weiss ich mittlerweile, dass die Abwassersysteme in Mexico nicht besonders belastbar sind und daher steht an vielen Toiletten immer noch die Bitte, sein Papier im Eimer zu entsorgen… Und es gibt ja auch noch viele Ortschaften, deren Häuser kein fliessendes Wasser haben und da ist es natürlich sinnvoll das Papier gesondert zu entsorgen. Dennoch keine wirklich tolle Aufgabe für die Toilettenreinigungstrupps….. in den neuen Häusern ist das Gott sei Dank kein Thema mehr und wer uns besuchen kommt, muss sich keine Sorgen machen!

Trinkgeld ist ein spannendes Thema und ich habe mich letzte Woche mit einer Deutschen unterhalten, die schon mehr als 15 Jahre hier lebt und immer noch ein gespaltenes Verhältnis hat. In Restaurants gibt man schon mal 10%, aber man muss auch sagen, dass es einige Mexikaner auch schon ausnutzen und der Meinung sind, uns fällt es nicht auf, wenn auf einmal auf einer Restaurantrechnung 15-18% aufgeschlagen werden, ohne diese zu benennen oder als Trinkgeld auszuweisen. In der Regel gibt es eine Gesamtrechnung und man teilt sich den Betrag einfach   – jeder schmeisst dann noch etwas Trinkgeld dazu und dann passt das schon. Wenn dann aber immer noch etwas fehlt, dann fängt man an sich die Rechnung anzusehen und da tauchen dann Posten auf, die man nicht kennt…. und da kommt man sich schon ein wenig ausgenutzt vor. 

Bezahlung von Dienstleistern ist auch spannend. Die Arbeitskraft ist hier wirklich nichts wert und man hat hier auch so latent den Eindruck, dass Leute aus den unteren Schichten nicht wirklich geschätzt werden und etwas von oben herab behandelt werden. Beim Einkaufen stehen Leute am Band, die alles in die Taschen einpacken und sie bekommen natürlich auch ein Trinkgeld. Ich bedanke mich auch immer brav bei den Leuten, stelle aber fest, das die Mexikaner ihnen einfach was in die Hand drücken, sie nicht anschauen und auch nichts dazu sagen – hat was von Almosen. Die Höhe des Trinkgeldes ist für uns auch immer noch schwierig einzuschätzen. 10 Peso sind eben nur knap 50 cent.. aber man muss sich eben überlegen, wieviel Geld sie sonst verdienen. So sind 2-3 Peso ausreichend  und der Truppe, die mein Auto säubert gebe ich dann 10 Peso…

Der Caddy beim Golfen bekommt ebenfalls Trinkgeld, oder auch nicht. Auch hier gehen die Meinungen auseinander. Tue ich ihnen was Gutes und bin großzügig, also 400 Peso oder knapp 20 Euro für die Begleitung von 2 Personen auf dem Kurs…oder lasse ich es komplett sein? Denn sie bekommen ja ein Grundgehalt. Schwierig für uns, zumal man keine Reaktion bekommt, ob das Trinkgeld nun wenig, ausreichend oder sehr großzügig war. Es wird kommentarlos eingesteckt. Sehr seltsam für uns . Ein nettes Danke erwartet man schon irgendwie, aber das ist hier einfach nicht Teil der Kultur. Ich gebe es ja freiwillig und warum sollte ich mich dann also für etwas bedanken, was ich zwar annehmen, aber nicht danach gefragt habe… 

Was bezahle ich meiner Putzfrau? Natürlich sind 250 Peso für 5 Stunden nicht viel (also 12 Euro) und im Vergleich zum Caddy (der ja auch noch ein Gehalt bekommt) ist es auch anstrengende Arbeit. Aber Arbeitsleistung ist nun mal billig und wenn ich ihr 1000 Peso zahle wird die Arbeit auch nicht besser gemacht und sie verdient mehr als ein Bandarbeiter in einer Fabrik…. 

Also alles noch nicht so einfach zu verstehen hier in Mexico – aber wir sind ja auch erst knapp drei Monate hier und haben noch Zeit uns anzupassen.

Beim nächsten Mal berichte ich dann über unseren verkürzten Trip an die Pazifikküste!

hasta luego!